Das-perfekte-Erfolgsmodell-im-Onlinehandel

Das perfekte Erfolgsmodell im Onlinehandel – Märchen oder Wahrheit?

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor.

Geschäftsfrau mit Hundert-Euro-Scheinen
Bildnachweis: © Dimitrije Paunovic – Fotolia

Sie betreiben einen gut gehenden Versandhandelshop im Internet mit konsumiger Ware. In Ihren Geschäftsräumen findet sich aber seltsamerweise nicht der geringste Hinweis darauf, dass Sie ein Versandhändler sind. Kein Verpackungsmaterial, keine Verpackungsmaschinen, nichts. Ja noch nicht einmal die Artikel, die Sie tagtäglich verkaufen, finden sich bei Ihnen.

Genau genommen haben Sie gar keine Geschäftsräume im herkömmlichen Sinne, sondern betreiben Ihr Business aus einem kleinen Büro heraus,  vielleicht sogar aus dem Home-Office.

Wie kann das sein, werden Sie sich jetzt sicherlich fragen. Als Versandhändler benötige ich doch ein Warenlager, muss Ware vorab einkaufen, die viel Kapital bindet und muss mich letztendlich um den teuren Versand kümmern, damit die Ware wie bestellt zu meinen Kunden gelangt.

Wenn Sie so argumentieren, dann haben Sie wahrscheinlich noch niemals etwas von „drop-shipping“ gehört. Der englischsprachige Begriff kann in etwa so übersetzt werden: „Versand abgeben“ oder „Versand ausgelagert“.

Drop-Shipping steht für ein Geschäftsmodell, bei welchem der Existenzgründer die Ware eines Großhändlers am Markt anbietet, aber weder mit der Ware selbst, noch mit der Versandabwicklung in Berührung kommt. Das einzige, was nach einer Bestellung zu tun ist, besteht darin, die Rechnung an den Großhändler zu schicken und auf den Zahlungseingang zu warten. Hört sich gut an, nicht wahr?

Die Vorteile dieses Geschäftsmodells liegen klar auf der Hand:

  1. Eine aufwändige Lagerhaltung entfällt und damit auch die Kosten derselben
  2. Es entstehen keine Kosten für Logistik-Personal oder entsprechende Dienstleistungen
  3. Es entsteht keine Kapitalbindung – Sie bezahlen den Großhändler erst dann, wenn der Kunde bei Ihnen bezahlt hat.
  4. Sie benötigen demzufolge nur sehr wenig Kapital, um mit diesem Modell zu starten
  5. Dadurch entfallen oftmals sehr anstrengende Finanzierungsgespräche mit Banken etc.

Historie

Der Ursprung dieser Geschäftsidee liegt, wie könnte es anders sein, in den USA. Dort begann bereits in den 1950er Jahren das so genannte „Mail Ordering“. Entsprechende Firmen etablierten sich und schickten gedruckte Kataloge in jeden Winkel des Landes. Sie erhielten daraufhin Bestellungen und Zahlungen per Post. Die Abwicklung der Bestellungen wurde oftmals auf die „drop-shipper“ übertragen, die die Ware verpackten und versendeten.

In der alten Welt, vor allem aber in Deutschland hat dieses Geschäftsmodell sich lange Zeit nicht durchsetzen können und wurde anfangs zu unrecht als anrüchig und unseriös dargestellt, weil die Anfänge ausgerechnet im Bereich Erotik-Artikel stattfanden.

Doch mit dem Siegeszug der Computer und dann des Internets wurden die Karten neu gemischt. Kein geringerer als Amazon war die erste Drop-Shipping-Company im Internet und vereinbarte in den Anfängen mit Händlern in Seattle die Versendung der Waren für Amazon. Amazon war damit so erfolgreich, dass sich die Gesellschaft schnell zum weltweit erfolgreichsten Einzelhändler mauserte (hätte man damals doch ein paar Aktien gekauft!).

Viele Drop-Shipping-Händler finden Sie auch auf Ebay. Schauen Sie einmal z.B. bei einem Computerhändler in die Auktionsbeschreibungen und Sie werden häufig den Hinweis finden „die Ware kan nicht direkt bei uns abgeholt werden“. Warum, das sollte dem aufmerksamen Leser jetzt klar sein.

Jetzt geht es um die Praxis

Natürlich hat dieses in der Theorie so fantastisch klingende Geschäftsmodell auch seine Haken und Ösen. Es fängt an mit der Frage, welches Produkt soll denn vertrieben werden. Sicherlich macht es wenig Sinn, den dutzenden oder sogar hundertfach vorhandenen Computershops auf Ebay einen weiteren hinzuzufügen, wenn man nicht ein ganz eindeutiges und vom Kunden auch honoriertes Alleinstellungsmerkmal aufweisen kann.

Als nächstes stellt sich die Frage, wie finde ich denn einen zuverlässigen Großhändler. Denn wenn dieser nicht funktioniert, oder sich als Luftnummer entpuppt, dann werden die enttäuschten Kunden bei Ihnen Sturm klingeln und nicht beim Großhändler, von dessen Existenz sie in der Regel gar nicht wissen.

Es geht weiter mit der Frage, wie und womit gestalte ich meinen Onlineshop. Macht ein zusätzlicher Ebayshop Sinn oder nicht? Oder nur Ebay? Und so weiter.

Natürlich gibt es für alle solche Fragen auch Antworten und diese findet man z.B. in der neuesten Ausgabe des renommierten Online Magazins Internethandel.de. In der aktuellen Ausgabe (Nr. 105, Juli 2012) beschäftigt sich das Magazin sehr ausführlich mit dem Thema Drop-Shipping und verfolgt damit das Ziel, interessierten Existenzgründern dieses Geschäftsmodell genauer zu erläutern.

Fehlerquellen und Erfolgsfaktoren

Neben den schon erwähnten und nochmals in allen Details dargestellten Vorteilen dieses Handels-Systems gehen die Fachredakteure von INTERNETHANDEL auch auf die Suche nach den Risiken und typischen Fehlerquellen des Drop-Shipping-Handels. Gut strukturiert, nachvollziehbar und vollständig werden hier die häufigsten Fehler junger Unternehmen vorgestellt und passende Strategien zu deren Vermeidung und Bekämpfung präsentiert.

Ein klassischer Fehler, der aber nicht nur im Drop-Shipping-Bereich gemacht wird ist die fehlende Analyse des Absatzmarktes. Es geht dabei hauptsächlich um die Frage, ob sich eine ausreichend große Anzahl an Verbrauchern von den eigenen Angeboten ansprechen und überzeugen lässt, wie viele Konkurrenten bereits in identischen oder ähnlichen Bereichen aktiv sind und welche Preise sich am Markt erzielen lassen.

Weitere neun Fehlerquellen werden mehr oder weniger ausführlich dargestellt und sollten dem interessierten Gründer Anlass genug sein, seine Hausaufgaben zu machen, bevor er startet.

Neben diesen Fehlerquellen gibt das Magazin auch 10 Tipps, die letzten Endes die Erfolgsfaktoren darstellen. Einer dieser Tipps lautet „Nutzen Sie das Portal DropShipping.de“. Ein Tipp, der sicherlich gut gemeint ist, aber auch eine Eigenwerbung darstellt, denn das besagte Portal stammt aus demselben Hause wie das Online Magazin Internethandel.de und ist ebenfalls kostenpflichtig. Ein gut recherchierter Literaturhinweis auf dritte Quellen würde den insgesamt gelungenen Fachartikel sicherlich nochmals aufwerten, leider Fehlanzeige.

Der nächste große Abschnitt dieses Fachbeitrages, „Zum DropShipping-Händler in 10 einfachen Schritten“ stellt meines Erachtens ein brauchbares Grundgerüst dar, von welchem sich der angehende Drop-Shipping-Händler leiten lassen kann. Alle wichtigen Aspekte werden angesprochen und so fehlt auch nicht die bedeutende Frage nach einer geeigneten Shop-Software.

Im Bereich Shop-Software gibt es Lösungen von 0 Euro bis hin zu mehreren 10 000 Euro und die Spreu vom Weizen zu trennen, ist für Anfänger nicht gerade leicht.

Aufgrund der Komplexität dieses Themas kann der Artikel nicht zu einer eindeutigen Empfehlung für eine Shop-Software kommen, was auch die Grenzen dieses Beitrages deutlich sprengen würde.

Neu für mich war die Tatsache, dass viele DropShipping-Lieferanten eigene Mietshop-Systeme direkt aus einer Hand anbieten, die man für einen fixen Betrag mieten kann, oder die sogar kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Wer sich für eine solche Lösung interessiert, der sollte sehr genau darauf achten, wie weit einer solcher Shop individualisiert werden kann, um sich möglichst eindeutig vom Wettbewerb abzuheben.

Denken Sie bei einem Onlineshop immer daran: Sie müssen dem angehenden Kunden die Frage eindeutig beantworten, „Warum soll ich bei Dir kaufen und nicht woanders?“. Wenn Ihr Shop aussieht, wie Dutzende oder Hunderte andere auch, dann haben Sie es sicherlich schwerer, dieser Frage glaubhaft entgegen zu treten.

Fazit

Zusammenfassend kann man festhalten, dass dem Online Magazin Internethandel.de hier auf fast 30 DIN A4-Seiten ein wirklich lesenswerter Fachbeitrag gelungen ist. Der angehende Drop-Shipping-Händler findet Material genug, um darauf aufbauend weitere und eigene Recherchen vorzunehmen. Gerade letzteres kann und will dieser Artikel dem zukünftigen Onlinehändler nicht abnehmen, was auch vernünftig ist. Wer mit diesem Artikel eine Kurzanleitung „von Null auf Hundert in 8 Wochen“ erwartet, ohne eigenes Brainstorming, der wird sicherlich enttäuscht werden. Für alle anderen aber, die in diesem Geschäftsmodell ein echte Chance sehen und bereit sind, für Ihren Erfolg auch zu arbeiten, kann dieser Fachbeitrag der Startschuss sein für eine echte Onlinekarriere.

Das mehrfach angepriesene und zum eigenen Haus gehörende Online-Portal dropshipping.de werde ich mir übrigens in Kürze einmal näher anschauen und über den dort zur Verfügung stehenden Mehrwert hier berichten.

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